Der Teide und die Wissenschaft

Die wichtige Rolle des Teides bei der Lösung verschiedener Fragen der ersten Naturalisten, die bei der Erforschung alter Vulkanzonen des Kontinents aufgeworfen wurden, ist bisher nicht sehr bekannt. Zur Zeit der ersten Forschungsexpeditionen auf die Kanarischen Inseln diskutierten die Geologen über verschiedene Möglichkeiten, um die grundlegenden Prinzipien festzulegen.

Humboldts Besuch und sein Aufstieg auf den Teide waren sowohl für Humboldt selbst als auch die Kenntnisnahme des Vulkans durch andere Wissenschaftler ausschlaggebend. Unter ihnen war Leopold von Buch, der aufgrund einer Konferenz Humboldts und dessen Plädoyer für die plutonistische Theorie den Teide und die Kesselwände von Las Cañadas ausgiebig erforschte. Seine vorherigen Auslegungen mussten sich den tatsächlichen Beobachtungen beugen.

Nach ihm kam Charles Lyell, der bei seiner Expedition nach Las Cañadas entscheidende Phänomene und Argumente in „Elements of Geology“ aufnahm. Das Werk ist eines der wohl einflussreichsten Bücher für den geologischen Fortschritt.

Die Erkenntnisse, zu denen der Teide geführt hat, sind weiterhin weltweit eine Referenz und führten 2007 zur Einstufung als Weltnaturerbe. Über hervorragende geologische Eigenarten hinaus besitzt der Teide aber auch eine unwiderlegbare und weltweit einzigartige Qualität, was für die Auszeichnung der UNESCO unumgänglich ist:

Der Teide zeigt die höchste vulkanische Entwicklungsstufe der ozeanischen Inseln im Intraplattenbereich. (Die Erde ist wie ein Fußball in ungleichförmige, große tektonische Platten gegliedert.) Die Plattenbewegung und die Phänomene im Erdinneren führen zu Erdbeben und Vulkanausbrüchen, die an den Plattengrenzen oder den inneren Gesteinsmassen verschiedenartige Folgen mit sich ziehen. In dieser Hinsicht sind die Kanarischen Inseln oder der Teide repräsentative Beispiele für einen Archipel oder Vulkan im Intraplattenbereich, denn die Kanaren liegen inmitten der afrikanischen Platte, weit entfernt von deren Rändern. Um auf Strukturen zu stoßen, die den hier häufig vorkommenden und riesigen, zähflüssigen Lavaströmen ähneln, müsste man zum Beispiel auf die Anden-Vulkane zurückgreifen. Ihr Ursprung und der vulkanische Prozess haben jedoch nichts mit dem der Kanarischen Inseln überein.

Gegenwärtig sind die Inseln für Vulkanologen und Geologen weiterhin eine wertvolle Forschungsstätte und zugleich ein einmaliger Ort für astronomische Beobachtungen, darunter die Sternwarte Observatorio del Teide, auch unter dem Namen Observatorio de Izaña bekannt. Sie liegt 2.400 m hoch auf den Gipfeln von Izaña und wird von den Wissenschaftlern als eine der weltweit wichtigsten Sternwarte geschätzt.

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